Ein neuer Betriebszweig um ein landwirtschaftliches Unternehmen zukunftssicher und klimaneutraler zu machen wäre die Herstellung eines Haferdrinks. Als pflanzliche Alternative zu Milch oder auch als Powergetränk zwischendurch. Vor einiger Zeit fand man diese pflanzlichen Produkte wie Hafermilch, Soja- und Nussdrinks nur selten im Regal der Supermärkte. Sie waren hauptsächlich für Menschen mit Allergien oder Unverträglichkeiten gedacht. Heute findet man diese Produkte deutlich häufiger. Vor allem Verbraucher wie Veganer oder auch Menschen, die aufgrund von Tierwohl- und Klimaschutzgründen die Kuhmilch reduzieren wollen, greifen auf diese pflanzlichen Alternativen zurück.

Herkunft

Die Hafergetränke stammen ursprünglich aus Schweden. In den 1990er Jahren entwickelte ein Professor, der sich mit Laktoseintoleranz und ökologischer Landwirtschaft beschäftigte, eine Methode Hafergetränke herzustellen. Daraus entstand die Marke Oatly.

Ein Haferdrink kann aus wenigen Zutaten hergestellt werden. Hafer, Wasser und Salz sind die wesentlichen Bestandteile. Dabei ist es wichtig, die richtige Zusammensetzung zu finden, damit der Haferdrink auch geschmacklich überzeugt. Mit 1 kg Hafer kann man ca. 3 L Haferdrink herstellen. Dies ist hauptsächlich von der Qualität und der Sorte des Hafers abhängig. Der Hafer sollte ein Hektolitergewicht von mindestens 52 kg mitbringen.

Herstellung

Um ein Hafergetränk herzustellen, werden die geernteten Haferkörner zuerst entspelzt, mit Wasser vermengt und dann gemahlen. Bei manchen Verfahren wird noch eine Fermentation angewendet. Anschließend wird die Masse homogenisiert und die festen Bestandteile herausgefiltert. Die zurückbleibenden Filterrückstände, darunter die Kleie, sind ebenfalls zum Verzehr geeignet.
Durch Zugabe von Pflanzenöl wird das wässrige Extrakt emulgiert und es entsteht die typische weiße Farbe. Je nach Geschmack können Süßungsmittel, Speisesalz oder andere Würzmittel wie z.B. Aromen hinzugegeben werden.

Eine weitere Möglichkeit den Hafer zu verwerten ist die Herstellung von Haferflocken und Müsli. Für die verschiedenen Müslisorten werden die Haferflocken vorab geröstet und mit Rapsöl und Zuckerrübensirup verfeinert. Des Weiteren kann man das Müsli mit Rosinen, Sonnenblumenkernen und Mandeln ergänzen.

Um Haferflocken herzustellen wird der Hafer zuerst gereinigt, dann mehrere Stunden gedämpft und anschließend getrocknet.  Bei dieser Verarbeitung bildet sich das typisch nussige Aroma. Durch die Hitze werden bestimmte Enzyme, die bei Lagerung einen ranzigen bitteren Geschmack auslösen können, geschwächt. Durch das Trocknungsverfahren lockern sich die Spelze, die sich anschließend in einem Trommelschäler oder Fliehkraftschäler vom Korn abtrennen. Anschließend werden die Haferkerne entnommen und zu Hafergrütze verarbeitet. Dann werden sie zerkleinert und erhalten ihre endgültige Form auf einem Flockierstuhl, in dem die Haferkörner unter großem Druck zusammengepresst werden.

Alternative zur traditionellen Milch

Hafermilch ist also eine umsetzbare Alternative zur traditionellen Milchproduktion. Die besonders die Konsumenten mit Nachhaltigkeitsgedanken und Tierschutz anspricht. Der Marktanteil von Hafermilch in Deutschland wächst und wird in Zukunft bestimmt einen Bestand in der Ernährung haben.

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