Im Tief – und dennoch Chancen für landwirtschaftliche Betriebe

Aktuell machen vor allem negative Schlagzeilen die Tagesthemen aus, von denen auch die Landwirtschaft betroffen ist. So ist von Insolvenz, Preissteigerung, Schuldenlast und vielem mehr die Rede. Aber was muss die Landwirtschaft wirklich befürchten und welche entsprechenden Maßnahmen sind zu treffen?

Die Corona Pandemie begann im Jahr 2020, was die Betriebe ziemlich schnell bemerkten und die Regierung mit Coronahilfen half, der sogenannten Überbrückungshilfe IV und Kurzarbeit. Hinzu kamen gesetzliche Sonderregelungen und andere Wirtschaftshilfen, die den Betrieben geholfen haben. Problem: Diese laufen so langsam aus. Die Regierung berät aktuell darüber, ob die Maßnahmen um drei Monate verlängert werden, was den Landwirten weiter Zeit verschaffen würde.

Insolvenz – Anstieg?

Betrachtet man die Zahlen von Insolvenzen aus dem Jahr 2021 sind diese um 4,6% gestiegen zum Vorjahr. Das entspricht aber nicht dem realen Wirtschaftsleben, da die Coronahilfen den Unternehmen helfen sich über Wasser zu halten. Dies ist aber keine langfristige Finanzierungsproblemlösung. Die entscheidende Frage ist, wer überlebt nach der Pandemie ohne Hilfe vom Staat?

Weitere Faktoren

Ein Faktor, unter dem vor allem die kleinen Unternehmen leiden sind die steigenden Energiepreise. Aber auch andere Unternehmen leiden unter der Energiekrise, der allgemeinen Kostenexplosion und dem Fachkräftemangel. Dies führt insgesamt zu wirtschaftlichen Schwierigkeiten.

Die Zahlen der Landwirtschaftlichen Haupterwerbsbetriebe aus dem Jahr 2020/21 spiegeln das wider. Bei dem Agrarland Niedersachsen brachen die Unternehmensergebnisse um 33% ein. Insgesamt sind Eigenkapitalverluste zu verzeichnen und die daraus resultierende Aufnahme von Fremdkapital. Die landwirtschaftlichen Betriebe stehen unter einem hohen finanziellen Druck.

Positiver Ausblick

Wird sich das in dem Wirtschaftsjahr 2021/22 ändern? Allgemein ist keine grundsätzliche Trendwende zu erkennen. Denn die Preissteigerung für Betriebsmittel, Maschinen, Geräte und Bauten, sowie Produktionskosten von Mineraldünger, Diesel, Energie und Pflanzenschutz steigen weiter. Die Getreidepreise sind auf einem aktuellen Rekordhoch und lassen sich nur noch schwer toppen. Hoffnung gibt es für Ende 2022 durch höhere Nachfrage lokaler Produkte.

Dem Trend entgegenwirken

Die aufgeführten Punkte und aktuelle Lage machen es nicht einfach wirtschaftlich, erfolgreich einen Betrieb zu führen. Aber mit den richtigen internen Tools, Maßnahmen und Mitteln kann man der allgemeinen Tendenz entgegenwirken.

Durch externe Berater können Schwächen und Potentiale eines landwirtschaftlichen Betriebes herausgefunden und identifiziert werden. Denn die Expertise von Beratern liegen in Zahlen und dem Organisieren von Verwaltung, Prozessen und anderen Angelegenheiten. Es zeugt von Stärke, Schwäche anzuerkennen und Hilfe von außen zu holen.

Um aus dem Kreislauf herauszubrechen – von einer Coronahilfe in die Nächste – sollte man das Problem beim Kern identifizieren und die richtigen Maßnahmen treffen. Dabei hilft ein Blick von außen, denn bei jahrelangem Arbeiten in einem Betrieb kommt es häufig zu Betriebsblindheit. Durch einen externen Berater kann dieser Kreislauf gebrochen werden.

Insolvenzen können vermieden werden, wenn Finanzierungen langfristig geplant sind. Dabei gibt es verschiedene Finanzierungsmodelle in der Landwirtschaft, die es heißt zu evaluieren und die richtige Mischung auszuwählen. Nicht nur Eigen- und Fremdkapital sind dabei eine Option, sondern auch Crowdfunding oder Förderung vom Land. Werfen Sie dazu einen Blick in den Blogbeitrag „Finanzierungsmodelle in der Landwirtschaft“.

Ein Faktor, der schwer zu beeinflussen und vorherzusehen ist, sind die steigenden Preise auf dem Energie- und Rohstoffmarkt. Grundlage für eine solide Bewirtschaftung eines Betriebes, ist die Struktur auf, die aufgebaut wird. Eine Möglichkeit wäre es, einen Betriebscheck durchführen zu lassen, um zu wissen, bis zu welchem Anstieg von Preisen, man wirtschaftlich bleiben kann oder wann welche Maßnahmen getroffen werden sollten.

Hoffnung nutzen

Die höhere Nachfrage lokaler Produkte, ist ein positives Signal an alle Hofläden, Hofautomaten und andere Direktvermarktungen. Dieses Angebot heißt es, an den Verbraucher zu bringen, durch ansprechende Marketingmaßnahmen. Dadurch können Preis- und Qualitätsunterschiede zu den Discountern, verständlich gemacht werden. Werkzeuge dafür sind nicht nur Mund-zu-Mund-Propaganda, sondern auch Social Media, lokale Offline-Werbung nutzen und vielleicht eine Werbeaktion, die Sie noch nie gesehen haben und von keinem Wettbewerber kennen. Wichtig dabei ist, die eigene Identität nicht zu verlieren, und dem Markenwerten und dem Markenimage treu zu bleiben. Beispielsweise sollte ein Öko-Betrieb nicht mit einer Kampagne auf Motorrädern werben, da es nicht zum Markenimage passt.

Durch die Pandemie und aktuelle Situation gibt es Veränderungen. Diese haben starke Einflüsse auf die Landwirtschaft. Die Lösung ist nicht, den Beruf zu wechseln, denn Landwirte sind essenziell für den Erhalt der Versorgungskette. Aber es lassen sich interne Chancen nutzen und mit der richtigen Planung und sinnvollen Maßnahmen langfristig sicher und positiv in die Zukunft schauen. Wir stehen Ihnen dabei, als externe Berater, gerne zur Seite.

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